Eisschnelllauf

Trainingsgruppe 2014/15

Wettkampfidee

In einem Eisschnelllauf-Wettkampf wird im Prinzip wie bei Laufwettbewerben der Leichtathletik der schnellste Läufer auf einer Standardstrecke ermittelt. Einen ersten bekannten Eislauf-Wettkampf gab es 1763 in den Fens des englischen Cambridgeshire. Teilnehmer waren zwei Läufer des englischen Adels. Der Sieger erhielt einen Preis von 10 Guineen. Die Laufstrecke soll 15 Meilen (ca. 24 Kilometer) betragen haben, die Laufzeit des Gewinners 46 Minuten.

Startzusammenstellungen

Paarweiser Lauf

Auf den Laufbahnen mit den von der Leichtathletik übernommenen 400-Meter-Ovalen ist wegen der ausgreifenden Körperbewegungen beim Schlittschuhlauf ein störungsfreier Lauf nur mit wenigen Läufern möglich. Es hat sich darum der Modus des paarweisen Laufens auf einer zweibahnigen Anlage mit mehreren Durchgängen herausgebildet. Die entsprechende Regel dafür wurde von der Internationalen Eislauf Vereinigung (IEV), dem Vorläufer der ISU, 1892 aufgestellt.

Die Athleten bekommen für den Start eine ausgeloste Bahn zugewiesen und wechseln in jeder Runde auf der Wechselgeraden (ca. 100 m) überkreuz die Bahn. Damit wird die unterschiedliche Länge der Innen- und Außenbahn nach jeder Runde ausgeglichen. „Zielfoto-Entscheidungen“ sind daher nicht vorgesehen, die endgültige Entscheidung über die Platzierung fällt gewöhnlich mit dem letzten Laufdurchgang durch den Vergleich der gemessenen Laufzeiten.

Da die paarweisen Läufe im Vergleich zu den Laufwettbewerben der Leichtathletik keinen unmittelbaren Vergleich aller Teilnehmer zulassen, zeigen die persönlichen Trainer am Rande der Außenbahn ihren Schützlingen zur Orientierung auf Klapptafeln die jeweils zuletzt gelaufene Rundenzeit auf eine Zehntelsekunde genau an, die erste Ziffer der vollen Sekundenzahl wird dabei meist weggelassen, da weitgehend unveränderlich.

Quartettstart

Um bei größeren Veranstaltungen Zeit einzusparen, wurden ab der Saison 2002 sogenannte Quartettstarts bei Laufdistanzen ab 1500 Metern eingeführt. Die Bekanntgabe erfolgte am 17 Juni 2002 auf dem ISU-Kongress in Kyoto.[1] Hierbei befinden sich (bis zu) vier Läufer gleichzeitig in zwei Paaren auf der Bahn mit einem Abstand von anfangs genau einer halben Runde zwischen den startenden Paaren. Der Start erfolgt entweder gleichzeitig für beide Paare, wobei die Startpunkte um eine halbe Runde versetzt sind oder das zweite Paar erhält von der gleichen Startlinie das Startsignal, wenn das erste Paar etwa eine halbe Runde zurückgelegt hat.

Massenstart

Zu Beginn der Saison 2011 wurde auf den langen Strecken der Massenstart eingeführt. Bei der Startaufstellung in gestaffelten Reihen werden dabei den bisher leistungsstärkeren Läufern die günstigeren Startplätze eingeräumt.

Wettkampfstrecken

Im Wettkampf werden festgesetzte Streckenlängen gelaufen. Übliche Einzelstrecken sind 100, 500, 1000, 1500, 3000, 5000 und 10.000 Meter, bei nationalen und Nachwuchswettbewerben auch andere. Im Nachwuchsbereich gibt es zum Beispiel Strecken mit 100, 200, 300, 500 und 700 Meter.

Sprint-Mehrkämpfe werden über die je zweimal gelaufenen Strecken von 500 und 1000 Meter ausgetragen, Vierkämpfe werden über die Strecken 500, 1000, 1500 und 3000 Meter („Kleiner Vierkampf“ der Frauen), 500, 1500, 3000, und 5000 Meter („Kleiner Vierkampf“ der Männer und „Großer Vierkampf“ der Frauen) und 500, 1500, 5000 und 10.000 Meter („Großer Vierkampf“ der Männer) durchgeführt.[3]

Von 1949 bis 1955 wurden bei den Frauen Streckenkombinationen 500, 3000, 1000 und 5000 Meter gelaufen. 1955 entschied die ISU, die Strecke von 5000 Metern für Frauen-Wettkämpfe nicht mehr zuzulassen. Der damalige „Große Vierkampf“ wurde umgewandelt in die Streckenkombination 500, 1500, 1000 und 3000 Meter, den heutigen „Kleinen Vierkampf“ der Frauen. 1982 wurde nach Wiedereinführung der 5000-Meter-Strecke bei den Frauen eine neue Streckenkombination für deren „Großen Vierkampf“ eingeführt mit den Teilstrecken 500, 3000, 1500 und 5000 Meter.

Allgemein heißen die Vierkämpfe wegen ihres Charakters als Vielseitigkeitsprüfung auch Allround-Mehrkämpfe.

Wertung

Für Einzelstrecken-Wettbewerbe wird der Läufer mit der kürzesten gemessenen Zeit auf der Laufstrecke als Sieger ermittelt.

Bei Mehrstrecken-Kombinationen (Vierkampf) werden die Zeiten der einzelnen Läufe jedes Sportlers jeweils auf den Durchschnitt für einen 500-Meter-Abschnitt umgerechnet und zu einer Punktzahl addiert. Beispiel: eine über 1500 Meter erreichte Zeit von 2:09,6 min, also 129,6 s, wird durch drei geteilt und ergibt 43,2 „Punkte“, die in die Wertung eingehen. Die so addierten Punktzahlen der einzelnen Läufer werden miteinander verglichen, wobei der Läufer mit der jeweils kleinsten Punktzahl zum Sieger und gegebenenfalls Rekordhalter erklärt wird. Das Endklassement ergibt sich somit ausschließlich aus den erzielten und auf 500-Meter-Distanzen umgerechneten Durchschnittszeiten, nicht aus der Platzierung in den Einzelläufen.

Laufstil

Grundprinzip

Startaufstellung

Läuferin beim Geradeauslauf

Martina Sablikova in der Kurve, deutlich zu sehen ist das "Übersetzen" des kurveninneren Beins.

Die Fortbewegung geschieht prinzipiell durch abwechselndes Abstoßen mit dem einen Schlittschuh und einem Gleitvorgang auf dem jeweils anderen Fuß.

Auf der Eisoberfläche befindet sich bei Temperaturen bis −30 °C eine sehr dünne (70 Nanometer bei 0 °C) Flüssigkeitsschicht, die zusätzlich durch die Druckaufschmelzung des Schlittschuhs etwas erhöht wird. Auf dieser flüssigen Schicht ist der Reibungswiderstand beim Gleitvorgang sehr gering und daher kann mit relativ geringem Krafteinsatz eine hohe Geschwindigkeit auf dem Eis erreicht werden.

Um sich mit den Beinen genügend weit abstoßen zu können, müssen Eisschnellläufer tief in die Hocke gehen. Gleichzeitig erfordert dies zum Gleichgewichtsausgleich das Vorbeugen des Oberkörpers. Daraus ergibt sich die typische Krummbuckel-Laufhaltung dieser Sportart.

Weitere Grundlagen siehe auch in Funktionsweise des Schlittschuhlaufes.

Startphase

Zum Start stellen sich die Läufer in meist aufrechter Haltung auf, gelegentlich wird auch ein gebückter Tiefstart mit einer stützenden Hand auf dem Eis durchgeführt. Ein Fuß befindet sich in Anstoßposition, der andere in Gleitposition. Beim Startsignal beginnt eine rasche Folge schneller kurzer Schritte, bei denen noch keine Gleitphase enthalten ist, vielmehr wird der Körper durch zahlreiche kurze Abstöße nahe an die Laufgeschwindigkeit gebracht. Beide Schlittschuhe werden dabei seitlich nach außen abgewinkelt. Bei genügender Geschwindigkeit erfolgen zunehmend längere Gleitphasen bis zum Übergang in den Laufstil auf der Geraden.

Lauf auf der Geraden

Im Gegensatz zum rückseitigen Abstoßen beim Kunstlauf und Eishockey stößt sich der Eisschnellläufer auf gerader Strecke mit den Beinen abwechselnd zu jeder Seite ab, wobei die Kufe in ganzer Länge mit der Eisfläche in Kontakt bleibt. Der jeweils nicht stoßende Fuß befindet sich dann in der Gleitphase. Durch die eingeschliffene schwache Ausbauchung der scheinbar geraden Kufen-Gleitfläche ergibt sich ein verlässliches Eindringen in die Eisoberfläche, um den Widerstand an der Kufenkante für den Abstoßvorgang zu gewinnen. Durch die ständige Abwechslung von Stoß- und Gleitfuß führt diese Technik zu einem geschwungenen, deutlich zickzackförmigen Laufweg, mit dem dennoch die größtmögliche Geschwindigkeit auf dem Eis erreicht wird.

Kurvenlauf

Am Ende jedes Abstoßvorganges muss der Stoßfuß vor den Gleitfuß gesetzt werden, um seinerseits das Gleiten zu übernehmen. In der Kurve muss zusätzlich der „ehemalige“ Stoßfuß vor dem „geradeaus“ laufenden Noch-Gleitfuß weiter zur Innenseite der Kurve hin angesetzt werden, um nicht tangential aus der Kurve hinausgetragen zu werden. Um diese Richtung zu sichern, muss der nunmehrige Stoßfuß nicht nur nach hinten sondern auch zur Außenseite der Kurve hin Druck ausüben. Daher stößt sich bei dem standardmäßigen Lauf gegen den Uhrzeigersinn „linksherum“ stets das kurveninnere linke hinter dem kurvenäußeren rechten Bein gegen die Fliehkraft nach rechts bzw. nach außen ab. Dieser Vorgang wird Übersetzen genannt. Durch die gebückte Laufhaltung ist günstigerweise auch der Körperschwerpunkt nach unten verlagert, was das schnelle Durchlaufen von Kurven gegen die Fliehkraft erleichtert.

Vereinstrainerin Ice-Speedskating:
Nadja Petutschnigg
Brixentaler Straße 61
6300 Wörgl/Tirol
+43 (0) 676 418 56 25
Mail: nadja.petutschnigg(at)scwoergl.at

Ausbildung:
Staatlich geprüfte Inline-Speedskating/Lehrwartin des Österr. Rollsport & Inline Skate Verbandes. Eisschnelllauf B-Trainerlizenz (DESG - Berlin).

Aufgaben:

Laufende Trainingssteuerung, verantwortlich für das laufende Training. Coach bei internationalen vom TRSV nominierten Wettkämpfen. Mitentscheidung in der Landeskadernominierung mit dem Präsidium.